Regionalwirtschaft im Aufschwung?

Die Entwicklung der Bevölkerung kann durchaus als Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung einzelner Regionen betrachtet werden. Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung hat in diesem Jahr eine Studie veröffentlicht, in der man eine Prognose für alle Landkreise und kreisfreie Städte in Deutschland errechnet hat.

Städte wachsen, der ländliche Raum verödet

In Deutschland leben derzeit rund 83 Millionen Menschen. Durch die Zahl der Migranten hat sich die Bevölkerungszahl in den letzten Jahren leicht gesteigert. Während man im Westen Deutschlands ein zumindest konstantes Bevölkerungswachstum erwartet, sieht die Lage in den östlichen Regionen Deutschlands etwas weniger rosig aus.

Vor allem in den ländlichen Gebieten im Osten Deutschlands erwarten die Experten in den nächsten Jahren einen Bevölkerungsrückgang von bis zu 20 Prozent. Betroffen davon sind in erster Linie die Bundesländer Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern. Im Gegensatz dazu wachsen die Städte. Spitzenreiter sind hier vor allem Berlin und Leipzig. Allein in Hamburg erwartet man einen Anstieg der Einwohnerzahl um bis zu sechzehn Prozent. Aber auch Hamburg ist mit einem Bevölkerungswachstum von rund zehn Prozent in den nächsten fünfzehn Jahren ein Spitzenreiter.

Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum

Aufgrund der negativen Bevölkerungstrends im Osten Deutschlands wird das Wirtschaftswachstum in den neuen Bundesländern in den nächsten Jahren nur gering ausfallen. Während das Wirtschaftswachstum in den westlichen Bundesländern Deutschlands im vergangenen Jahr 2,3 Prozent betrug, verzeichnete man im Osten lediglich ein Wachstum von 1,4 Prozent – ein Trend, der nach Meinung vieler Wirtschaftsexperten auch in Zukunft anhalten wird.

Durch die Abwanderung der Bevölkerung aus den strukturschwachen Regionen sinkt auch die Zahl der dort verbliebenen erwerbsfähigen Personen. Das hat natürlich auch weitreichende Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft dieser Gebiete. Deshalb sucht man nach neuen Lösungsmöglichkeiten für dieses Problem. Nach dem Auslaufen des Solidarpaktes in diesem Jahr sind dringend neue Maßnahmen gefordert, da vor allem in den neuen Bundesländern mittlerweile die Hälfte aller erwerbsfähigen Menschen abgewandert ist.